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06/2018

PA: Neue Lebensräume für Rebhuhn, Kiebitz & Co.

Bei einer Pressefahrt am 5. Juni präsentierte der OÖ Landesjagdverband eindrucksvoll wie gelebter Naturschutz bei der OÖ Jägerschaft aussieht. Gemeinsam mit dem Landesrat für Naturschutz LH-Stv. Dr. Haimbuchner präsentierten sie die Erfolge aus drei Jahren regionaler Naturschutzplan im Bezirk Braunau am Inn.

Im OÖ. Jagdgesetz ist klar geregelt, dass die Artenvielfalt für die Gegenwart sowie für die Zukunft gesichert werden muss. Mit der Erfüllung dieser Aufgabe sind die rund 19.300 Jägerinnen und Jäger in Oberösterreich wichtige Naturschützer. Gemeinsam mit der Naturschutzabteilung des Landes OÖ startete die OÖ Jägerschaft 2014 das Projekt  „Neue Lebensräume für Rebhuhn, Kiebitz & Co.“ im Bezirk Braunau. Das Ziel des Projekts ist, dem erheblichen Artenschwund in den Felder- und Wiesenrevieren entgegenzuwirken. Denn waren Rebhuhn, Kiebitz & Co. früher häufig in heimischen Wiesen, Feldern und Feldgehölzen anzutreffen, so reduzieren sich die Bestände leider erheblich. Die Erfolge des Projekts zeigen anschaulich wie durch Engagement und Zusammenarbeit neue Lebensräume für diese bedrohten Tierarten nachhaltig und erfolgreich geschaffen werden können. Dazu Landesjägermeister ÖR Sepp Brandmayr: „In dieses Projekt wurden seit dem Start bis Ende 2017 rund 100.000 Euro vom Land OÖ und dem OÖ Landesjagdverband investiert. Damit sichern wir nachhaltig den Bestand an gefährdeten Wildtieren in dieser Region.“

Dr. Haimbuchner, LH-Stv. und Landesrat für Naturschutz in OÖ zum Projekt: „Natur- und Artenschutz beginnen im Kopf und bedürfen der Umsetzung in zielgerichteten Projekten, das kann ich nicht oft genug wiederholen. Bedrohte Arten mit Richtlinien und Verordnungen zu schützen, ist nur die halbe Miete. Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass es unser Vermächtnis an nachfolgende Generationen ist, das Ökosystem stabil und vielfältig zu halten und entsprechend zu handeln. Bodenbrüter finden immer weniger adäquate Lebensräume vor und sind daher in ihren Beständen stark rückläufig. Gerade deswegen haben Projekte wie ‚Neue Lebensräume für Rebhuhn, Kiebitz & Co‘ eine so große Bedeutung für die Erhaltung der Artenvielfalt in unserem schönen Oberösterreich. Es ist erfreulich, dass das Projekt im Bezirk Braunau Früchte trägt. Die Schaffung von entsprechenden Habitaten für Bodenbrüter hat zudem auch positive Auswirkungen auf Bienen und andere Bestäuber. Es ist mir daher ein besonderes Anliegen, dass das Land Oberösterreich solche Projekte aktiv unterstützt und es freut mich, dass wir im Landesjagdverband hier einen verlässlichen Partner haben.“

 

Das Projekt „Neue Lebensräume für Rebhuhn, Kiebitz & Co.
Die Ziele des Projekts sind eine Bestandsstabilisierung der regionalen Population von Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche, eine Erhöhung des Nahrungsangebotes für Schwarzstorch durch neue Feuchtflächen zu erzielen sowie ein dauerhaftes Brutvorkommen für den Roten Milan zu etablieren und die Sumpfschrecken-Population am Moosbach zu erhalten. Um diese Ziele zu erreichen galt es gezielte Maßnahmen für Acker und Intensivgrünland, Gewässerrandstreifen und Feuchtflächen zu entwickeln und umzusetzen, um damit nachhaltig neue Lebensräume zu schaffen und die Bestände dieser Tierarten zu sichern. „Jede Tierart erfordert gezielte Maßnahmen im ureigenen Lebensraum. So haben wir unter anderem temporär nicht bewirtschaftete „Kiebitz-Inseln“ für Kolonien angelegt, Ackerbrachen und die Neuanlage von Schutz und Wiesenrainen gefördert, oder uns auch um den Erhalt von freiwilligen Horst-Schutzzonen während der Brutphase, in Gebieten, die uns bekannt sind, bemüht“, gibt Josef Neuhauser, Projektleiter von „Neue Lebensräume für Rebhuhn, Kiebitz & Co.“, einen kleinen Auszug aus den vielfältigen Maßnahmen im Rahmen des Projekts.

Das Projekt wird mittlerweile von 12 Gemeinden unterstützt und umfasst eine Gesamtfläche von ca. 120 Hektar. „Die in diesem Projekt geschaffenen, naturnahen Flächen entsprechen der Größe von rund 170 Fußballfeldern“, veranschaulicht Mag. Christopher Böck, Geschäftsführer und Wildbiologe des OÖ Landesjagdverbandes die Größe des Projekts. 50 Hektar wurden dafür vom Gewässerbezirk bzw. Wasserverband Ache zur Verfügung gestellt und durch ein bis zweimaliges Mähen sowie Düngeverzicht auch nachhaltig entsprechend gepflegt. Rund 70 Hektar wurden von Landwirten bereitgestellt. Dies erfolgte teilweise auf Basis von ÖPUL-Maßnahmen, teils durch Pacht der Jäger bis hin zur freiwilligen Teilnahme der Landwirte. ÖPUL steht für das Agrarumweltprogramm, dem Österreichischen Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft.

In den ersten zwei Jahren wurden im Bezirk insgesamt neun zusätzliche Feuchtbiotope und Amphibienmulden gebaggert und 1,5 Kilometer neue Hecken und Uferrandstreifen gepflanzt. Auch wurden seit dem Projektstart 150 neue Nistkästen aufgehängt. 

 

Projekt leistet wertvollen Beitrag zum Bienenschutz
Heuer werden in den Projektgemeinden (Stand heute) zusätzlich 20 Hektar Bienenweide angebaut, um auch hier nachhaltige Maßnahmen zum Schutz der wertvollen Insekten zu setzen. Ganz aktuell läuft in den drei Projektgemeinden Burgkirchen, Jeging und Moosbach eine Aktion, bei der 2.500 Päckchen Saatgut an Interessierte verteilt werden. Diese 2.500 Päckchen Saatgut reichen für einen drei Meter breiten Streifen mit einer Länge von 5,75 Kilometern. Weitere 20 Hektar, die zusätzlich in diesem Jahr im Rahmen des Projekts angebaut werden, entsprechen einem drei Meter breiten Streifen mit einer Länge von ca. 67 Kilometern. Damit leistet die OÖ Jägerschaft einen entscheidenden Beitrag zur Rettung unserer Bienen, sowie anderer Bestäuber. Von einer vielfältigen Kulturlandschaft und einer lebendigen Insektenwelt profitieren auch Wildtiere wie das  Rebhuhn und die angebauten Pflanzen sind wertvolle Nahrung für Hase, Reh und Co.

 

Ursachen und Zusammenhänge für den Rückgang von Rebhuhn, Kiebitz & Co.
Über die Ursachen und Zusammenhänge der negativen Entwicklungen der genannten Tierarten gibt es unterschiedliche Zugänge und Begründungen. Unbestritten haben Lebensraumveränderungen einen großen Anteil an deren Rückgang. Die Lebensräume, wie naturbelassene, wenig gemähte Wiesen, Hecken oder breite Ackersäume, die die Tiere brauchen, um sich zu vermehren und zu überleben, werden immer weniger oder verschwinden. Sei es durch den verstärkten Häuser- und Siedlungsbau oder durch eine intensive Landwirtschaft. Viele der heimischen Offenlandarten wie Rebhuhn und Fasan, aber auch nicht jagdbare Arten wie Kiebitz oder Feldlerche finden in der oberösterreichischen Agrarlandschaft heute zunehmend schlechte Lebensbedingungen vor. Die Nahrung ist monoton und die Deckung wenig, womit nur mehr ein geringer Teil des Nachwuchses den ersten Geburtstag erreicht. Die jagdliche Entnahme, die meist mit der Reduktion der Niederwildbestände in Zusammenhang gebracht wird, hat jedoch nur sehr wenig Einfluss auf die Populationen. „Die Faktoren für das Anwachsen oder Abnehmen einer Population sind immer multiple. Ein Faktor bedingt das andere“, so Böck. Die OÖ Jägerschaft sieht in der Kombination aus verstärkter Raubwildbejagung und Lebensraumverbesserungsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit Naturschutz und Landwirten eine Chance, den Wildtierbestand nachhaltig zu schützen und in Folge auch zu nutzen.

 

Der OÖ Landesjagdverband
Der OÖ. Landesjagdverband vertritt die Interessen der Jägerschaft und der Jagd in Oberösterreich und ist Körperschaft des öffentlichen Rechtes. Zur Erfüllung seiner Aufgaben unterhält der Verband drei getrennte Organe, nämlich den Landesjägermeister, den Vorstand sowie den Landesjagdausschuss. Der Sitz des OÖ. Landesjagdverbandes befindet sich im Jagdschloss Hohenbrunn in St. Florian bei Linz. Oberösterreichs Landesjägermeister ist Ökonomierat Sepp Brandmayr und als Geschäftsführer des OÖ. Landesjagdverbandes fungiert Wildbiologe Mag. Christopher Böck.

Weitere Informationen www.ooeljv.at und www.fragen-zur-jagd.at

 

Pressekontakt:                    
Impuls Kommunikation | MMag. Barbara Lamb
barbara@impulskommunikation.at
Tel. +43 732/234940 | Mobil: +43 650/22 46 146

 

Rückfragehinweis:  
 Mag. Christopher Böck 
 Tel.: 07224/20083 | Mobil: 0699/12505895 
 ch.boeck@ooeljv.at

 

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