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10/2019

Klimawandel fordert Umdenken und starke Kooperationen

Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst auch in der Jagd angekommen. Im Rahmen einer Pressefahrt im Bezirk Ried/Innkreis am 15. Oktober präsentierte der oberösterreichische Landesjagdverband, wie die Anpassung auf zukünftige Herausforderungen gelingen kann. Die oberösterreichische Jägerschaft sieht in einer intelligenten, wildökologischen Raumplanung sowie einem intensiven Forst-Jagd-Dialog Chancen für die Zukunft zur Erhaltung unserer heimischen, artenreichen Natur.

Lange Trockenperioden im Sommer, hohe Schneelasten im Winter, extreme Schadbefälle durch den Borkenkäfer, Sturmschäden und eine immer intensiver genutzte Natur; der Klimawandel fordert Wald und Flur, Wildtiere, aber auch Land- und Forstwirte sowie die Jagd enorm. Laut Gesetz steht der Schutz einer natürlichen Umwelt als Lebensgrundlage des Menschen im Mittelpunkt der oberösterreichischen Raumordnung. Dem misst auch die oberösterreichische Jägerschaft großes Gewicht bei. „Wenn wir jetzt nicht reagieren, dann haben wir bald keinen Wald mehr, wie wir ihn heute kennen. Was wir jetzt benötigen sind starke Kooperationen, um gemeinsam auf die Herausforderungen zu reagieren bzw. zu agieren. Die Stichwörter heißen wildökologische Raumplanung und Forst-Jagd-Dialog. Dabei geht es darum, Wildtier- und Lebensraummanagement zeitnah dicht aneinander heranzuführen, zu verbinden und bestmögliche Bedingungen für die Zukunft zu erwirken“, macht sich Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner für ein Miteinander aller beteiligten Partner zur Erhaltung unseres komplexen Ökosystems stark.  Bei einer Pressefahrt am 15. Oktober präsentierte der OÖ Landesjagdverband (OÖ LJV) eindrucksvoll, wie diese Forderungen in der Praxis aussehen und ein Miteinander zum Gelingen führt. Das genossenschaftliche Jagdgebiet Eberschwang im Bezirk Ried/Innkreis wurde für seine Maßnahmen bereits mit dem Wald-Wild-Ökologie Preis der Landwirtschaftskammer für Oberösterreich ausgezeichnet.Die Erfolge in Eberschwang sind exemplarisch für viele Regionen bzw. Jagdgebiete Oberösterreichs und veranschaulichen, wie die aktuellen Herausforderungen gemeinsam gemeistert werden. Dazu zählen die Zusammenarbeit zwischen Jägern und Land- & Forstwirten, nachhaltige als auch naturnahe Bewirtschaftung von Wäldern sowie Äckern und Wiesen ebenso wie ein nachhaltiges Management der Rehwildbestände inklusive richtiger und artgerechter Winterfütterung.

Umdenken: Intelligente, wildökologische Raumplanung auch für einen Wald der Zukunft

Der Boden ist ein begrenztes Gut, mit dem verantwortungsvoll umgegangen werden muss. Alle Interessen in Einklang zu bringen, wird immer herausfordernder. Durch die Auswirkung des Klimawandels sowie die Zerschneidung und Zersiedelung der Lebensräume durch die Gesellschaft, kollidieren die natürlichen Lebensräume der heimischen Wildtiere immer mehr mit unserer Kulturlandschaft. Für ein ökologisches Gleichgewicht braucht es Ruhezonen für die Wildtiere und ausreichend große Rückzugsgebiete. Die Zukunft ist mehr, als nur einfach mehr Rehe zu erlegen. Die Erhaltung eines ökologischen Gleichgewichts fordert nicht nur den oberösterreichischen Landesjagdverband bzw. dessen über 19.400 Jägerinnen und Jäger, sondern alle Kooperationspartner wie Grundbesitzer und Landwirte, als auch die Naturraumnutzer, sprich Herr und Frau Oberösterreicher. „Mensch wie Tier brauchen zum Überleben ein funktionierendes Ökosystem. Jene Lebensräume sind aber auch Bewirtschaftungsflächen der Landwirtinnen und Landwirte und inkludieren zudem zahlreiche Nutzungsansprüche der Gesellschaft in der Natur. Dies alles gilt es, bestmöglich in Einklang zu bringen. Besonders wichtig sind uns daher gute Kontakte zu den Grundeigentümern, aber auch zur Politik. Nicht unterwürfig, aber objektiv, kompromissbereit und unabhängig“, erklärt Sieghartsleitner die Situation und ergänzt: „Die Lebensräume werden nicht mehr, ja, sogar weniger, aber der Flächenverbrauch und die Naturnutzung immer intensiver! Mit einer geordneten Raumplanung soll das Miteinander harmonisiert werden. Wir müssen die Themen so lang diskutieren, bis gemeinsame Lösungen möglich sind, denn: Die Natur zu erhalten und unsere gewachsene Kulturlandschaft nicht noch weiter zu intensivieren, ist für uns alle ein Mehrwert.“

Kein Aussperren, sondern klare Regeln zum Schutz von Wild und Natur

In der Natur zu sein ist für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Trendsportarten – wie das Mountainbiken und das Schneeschuhwandern, aber auch klassische Wanderungen – werden immer beliebter. Den Naturraumnutzern ist dabei oftmals nicht bewusst, dass beispielsweise ein Aufschrecken der Wildtiere eine massive Störung oder gar den Tod von Tieren bedeuten kann. Aber auch Grundbesitzer wehren sich mittlerweile vermehrt gegen die ausufernde Nutzung und stellen Verbotsschilder auf. Hier werden laut Sieghartsleitner klare Regeln gefordert, um für alle Parteien eine Lösung zu finden, die möglichst viele Interessen berücksichtigt: „Uns geht es hierbei überhaupt nicht um das Aussperren. Es braucht jedoch eine Reglementierung, da ansonsten unsere heimischen Wildtiere – nicht nur die jagdbaren – die großen Verlierer sind. Wildökologische Raumplanung ist für mich ein herausforderndes Thema und daher suchen wir auch das Gespräch mit dem Tourismus. Jeder Mensch hat eine Berechtigung, sich frei in der Natur zu bewegen. Es soll aber auch klar geregelt sein, dass nicht jeder Mensch jederzeit an jedem Ort tun und lassen kann, was er will – hier ist auch der Jäger und die Jägerin betroffen.“ Dem OÖ LJV ist es vor allem wichtig, dass ein Regelwerk nicht als Einschränkung gesehen wird, sondern als Mehrwert und Chance für ein ganzheitliches Naturerleben. 

Forst-Jagd-Dialog: So gelingt es, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen

Bedingt durch die Auswirkungen des Klimawandels, wie etwa große Schadflächen, die durch Borkenkäfer, Sturmschäden und Extremwetterlagen wie Schneelasten verursacht wurden, sind nicht nur Wald und Wild, sondern auch Jäger und Grundbesitzer extrem gefordert. Die Schaffung stabiler und ertragreicher Wälder ist auf vielen Schadensflächen nur durch Aufforstung möglich. Die rasche Wiederaufforstung liegt ganz im Interesse der Jagd. Wichtige Voraussetzungen für eine gelungene Aufforstung und ihr Aufwachsen sind Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und eine gute Zusammenarbeit zwischen Waldbewirtschaftern und Jägern. Der Forst & Jagd-Dialog verdeutlicht, dass der Weg zu ausgeglichenen „wald- und wildökologischen Verhältnissen“ nur gemeinsam mit vereinten Kräften auf allen Ebenen – lokal wie bundesländerweit – mit der gebotenen Dringlichkeit zu beschreiten ist. Anfang 2019 entschied sich der OÖ Landesjagdverband gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer für Oberösterreich, das Projekt „Klimafitte Wälder“ ins Leben zu rufen. Demnächst soll in den Projektgebieten zu arbeiten begonnen werden. „Dabei zeigen externe Experten, als auch Jagdleiter und Jagdausschussobmänner Möglichkeiten auf, wie erfolgreicher und nachhaltiger Waldbau in Zusammenarbeit mit der Jagd aussehen kann. Diese den heutigen Verhältnissen angepassten Waldbilder sind nicht nur wirtschaftlich interessant, sondern bieten gleichzeitig Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten – so wie es das Forst- und das Jagdgesetz auch fordern. Genau dieses gemeinsame Bestreben, für den Wirtschafts- bzw. Lebensraum und die Wildtiere etwas zu unternehmen, sind richtungsweisende Meilensteine in der Forst- und Jagdpolitik“, klärt Christopher Böck, Wildbiologe und Geschäftsführer des oberösterreichischen Landesjagdverbandes, über die aktuellen Bestrebungen auf. „Es bedarf aber einen Blick über den Wald hinaus, denn Lebensräume für Wild sind ja auch in den Wiesen und Feldern! Komplexes Denken und Handeln bei Land- & Forstwirtschaft sowie in der Jagd sind also gefordert“, so Böck weiter.

Eberschwang: Gelungener Forst-Jagd-Dialog

Das genossenschaftliche Jagdgebiet Eberschwang zeigt, wie ein gelungener Forst-Jagd-Dialog aussieht. Bereits vor 25 Jahren erfolgte ein Umdenken in der Waldbewirtschaftung. Die Bestände wurden stark aufgelichtet und dadurch der Naturverjüngung eine Chance gegeben. Dies bedeutete auch eine große Herausforderung für die Jagd, die Wildbestände so zu regulieren, dass ein Aufkommen des Jungwaldes, wo es notwendig wurde, gesichert war. So werden die Abschusspläne seit jeher jedes Jahr zur Gänze erfüllt. Der gelungene Forst-Jagd-Dialog ist dennoch kein „Kuschelkurs“. „Bei uns finden genauso emotionale Diskussionen - wie woanders auch – statt. Warum es aber schlussendlich funktioniert, ist die Begegnung auf Augenhöhe zwischen Jagdleitung und Jagdausschuss. Bei Auftreten von Problemen suchen wir sofort Lösungen und bringen Revierinhaber, als auch Grundeigentümer an einen Tisch“, erklärt Franz-Xaver Zweimüller, Jagdleiter der Genossenschaftsjagd Eberschwang, der selbst Landwirt und auch Forstwirtschaftsmeister ist. Die Eberschwanger Jägerschaft trifft sich nicht nur zu den jährlichen Sitzungen, sondern festigt den Zusammenhalt in der Jägerschaft mit den sonntäglichen Jägerstammtischen, als auch durch nicht jagdliche Aktivitäten. Zudem engagieren sich die Jägerinnen und Jäger dieses Jagdgebietes bei Aktionen wie beispielsweise „Gemeinsam gegen den Mähtod“ oder „Schule und Jagd“ sowie bei der kostenlosen Bereitstellung von Wildverbiss-Schutzmittel für Waldbesitzer, als auch bei der Anlage von Hecken- und Baumbepflanzungen als natürlicher Windschutzgürtel und Deckung für Niederwild. „Insgesamt haben wir ein sehr gutes Verhältnis innerhalb der Jägerschaft und einen wertschätzenden Umgang aller Parteien untereinander. Ein Vorteil ist natürlich, dass ich als Jagdleiter, aber auch mein Stellvertreter, aktiver Bauer bin. Dadurch können zum Beispiel bei sich anbahnenden Problemen im Wald beide Sichtweisen betrachtet und Lösungen rasch gefunden werden“, fügt Zweimüller hinzu.

Rehwildmanagement als Chance

Um eine gelungene Aufforstung, aber auch ausreichende Naturverjüngung in den Wäldern sicherzustellen, setzt die oberösterreichische Jägerschaft auf ein angepasstes Rehwildmanagement. Obwohl waldbauliche Maßnahmen ebenso eine wichtige Rolle spielen, sind die gesetzlichen Abschusspläne äußerst relevant, da diese sicherstellen sollen, dass sich der Verbiss – also der Einfluss des Wildes auf forstlich wesentliche Baumarten – in Grenzen hält. „Durch die Einhaltung der Abschusspläne, die jedes Jahr je nach Gebiet neu erstellt werden, können wir Wildeinflüsse in Wald und Feld in Grenzen halten. Sollte es wo nicht klappen, kann punktuell der Abschuss erhöht werden. Auf Kalamitätsflächen muss aber anders gejagt werden“, klärt Sieghartsleitner auf.

Die oö Jägerinnen und Jäger garantieren mit ihrem vielfältigen Einsatz für die heimischen Wildarten, dass es auch in Zukunft zu einem vernünftigen Ausgleich zwischen jagdlichen Zielsetzungen und Lebensraumverträglichkeit kommt. „Es ist aber wesentlich, zu erkennen, dass zahlreiche Faktoren Einfluss auf das komplexe System Lebensraum –  ob Wald oder Flur – und Wildtiere haben. Einfach nur mehr Rehe oder Feldhasen im Wald zu erlegen, ist zu simpel gegriffen, es bedarf eines Konzeptes mit allen Beteiligten“, so Wildbiologe Christopher Böck abschließend.

Der OÖ Landesjagdverband

Der OÖ. Landesjagdverband vertritt die Interessen der Jägerschaft und der Jagd in Oberösterreich und ist Körperschaft des öffentlichen Rechtes. Zur Erfüllung seiner Aufgaben unterhält der Verband drei getrennte Organe, nämlich den Landesjägermeister, den Vorstand sowie den Landesjagdausschuss. Der Sitz des OÖ. Landesjagdverbandes befindet sich im Jagdschloss Hohenbrunn in St. Florian bei Linz. Oberösterreichs Landesjägermeister ist Herbert Sieghartsleitner und als Geschäftsführer des OÖ. Landesjagdverbandes fungiert Wildbiologe Mag. Christopher Böck.

Weitere Informationen www.ooeljv.at und fragen-zur-jagd.at

Rückfragehinweis:     Mag. Christopher Böck

                                      Tel.: 07224/20083 | Mobil: 0699/12505895

                                      ch.boeck@ooeljv.at

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