Hitze, starke Sonne und längere Trockenphasen machen Pflanzen im Sommer besonders zu schaffen. Entscheidend ist dann nicht nur, wie oft gegossen wird, sondern vor allem wann, womit und wie. Wer Regenwasser nutzt, gezielt im Wurzelbereich gießt und den Boden mulcht, damit Feuchtigkeit länger gespeichert bleibt, bringt Zimmerpflanzen, Balkon und Garten gut durch heiße Sommertage. Klimafitte Pflanzen kommen mit Hitze und Trockenheit gut zurecht, aber auch sie brauchen in der Anwachsphase ausreichend Wasser.
Steigende Temperaturen verändern die Pflanzenpflege im Sommer. Während manche Pflanzen mit Trockenphasen besser zurechtkommen, brauchen andere gerade an heißen Tagen deutlich mehr Aufmerksamkeit. „Entscheidend sind die richtige Menge, der passende Zeitpunkt und die Art der Bewässerung. Ideal ist Regenwasser. Es ist temperiert, mineralarm, schont Ressourcen und beeinflusst den pH-Wert sowie den Nährstoffgehalt des Bodens kaum“, empfiehlt bellaflora Pflanzenexpertin Bettina. Außerdem lässt sich Regenwasser einfach in der Tonne sammeln und kostenlos nutzen.
Worauf es beim Gießen ankommt
Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist der frühe Morgen. Dann kann der Boden das Wasser gut aufnehmen. „Gegossen wird am besten direkt im Wurzelbereich, nicht über Blätter oder Blüten. Nasse Blätter können Krankheiten begünstigen und Brennflecken verursachen, etwa bei Gemüse oder Rosen“, so Bettina. Wichtig ist außerdem, nicht nur oberflächlich zu gießen. Seltener, dafür durchdringend zu gießen, fördert tiefere Wurzeln und macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen Hitze. Kurze Regenschauer werden dabei oft überschätzt. Wie viel Wasser tatsächlich im Garten ankommt, lässt sich mit einem Regenmesser kontrollieren. Zudem haben Fruchtpflanzen wie Tomaten während der Knospen- und Fruchtbildung einen erhöhten Wasser- und Nährstoffbedarf. In dieser Phase sollten die Pflanzen ausreichend gegossen und gedüngt werden.
Bei Balkon- und Kübelpflanzen ist eine regelmäßige Kontrolle besonders wichtig, da Töpfe schneller austrocknen. Gleichzeitig sollte Staunässe vermieden werden. Nach Regenfällen empfiehlt es sich, Untersetzer auszuleeren, damit die Wurzeln nicht dauerhaft im Wasser stehen. Viele Pflanzen benötigen im Sommer außerdem zusätzliche Nährstoffe, etwa über Flüssigdünger im Gießwasser.
Wasser im Boden halten
Neben dem richtigen Gießen hilft auch die Bodenvorbereitung, Pflanzen besser durch heiße Tage zu bringen. Humus, Gründünger und eine Mulchschicht, etwa aus Miscanthusstreu, unterstützen dabei, Wasser länger im Boden zu speichern. Auch wasserspeichernde Granulate, beispielsweise Perlite oder Seramis Bio Outdoor Granulat, helfen dabei, Pflanzen gleichmäßig mit Feuchtigkeit zu versorgen und reduzieren den Gießaufwand. Ist Erde bereits stark ausgetrocknet, sollte sie langsam und in kleineren Mengen wieder angefeuchtet werden, statt sie sofort mit viel Wasser zu übergießen.
Bei Zimmerpflanzen ist weniger oft mehr
Auch Zimmerpflanzen brauchen im Sommer mehr Aufmerksamkeit. Ihr Wasserbedarf hängt von Standort, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Substrat und Pflanzenart ab. Der häufigste Fehler ist zu viel Wasser. „Überwässerung führt zu Staunässe und Wurzelfäule. Deshalb empfehle ich, vor dem nächsten Gießen die Fingerprobe durchzuführen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verwendet einen praktischen Feuchtigkeitsfühler. Am besten 15 Minuten nach dem Gießen das restliche Wasser aus dem Untersetzer oder Übertopf entfernen. So bleiben die Wurzeln gesund“, so Bettina.
Pflanzen auf ein paar Urlaubstage vorbereiten
Wer ein paar Tage verreist, sollte Garten, Balkon und Zimmerpflanzen rechtzeitig vorbereiten. Beete werden vor der Abreise am besten einmal tief gewässert und anschließend gemulcht, um die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten. Kübelpflanzen können enger zusammengestellt und an einen halbschattigen, windgeschützten Platz gerückt werden. Für Zimmerpflanzen und Topfpflanzen bieten sich einfache Bewässerungshilfen an, die Wasser gleichmäßig aus einem Vorratsbehälter abgeben. „Wichtig ist, diese nicht erst am Abreisetag auszuprobieren, sondern vorab zu testen, damit die Wassermenge zur jeweiligen Pflanze passt“, so die Expertin. bellaflora bietet dafür unterschiedliche Lösungen, etwa Bewässerungskegel, Wasserspender, Tropfsysteme, Ollas, Baumbewässerungsbeutel oder Bewässerungscomputer.
Auch klimafitte Pflanzen brauchen Wasser
Wer Garten, Balkon oder Terrasse langfristig besser auf heiße Sommer vorbereiten möchte, kann auf hitze- und trockenheitsverträglichere Pflanzen setzen. Dazu zählen etwa Lavendel, Fetthenne, Katzenminze, Schafgarbe, Echinacea, Hauswurz, Storchschnabel, Salbei, Thymian, Rosmarin oder verschiedene Ziergräser. Auch robuste Sträucher und Gehölze wie Perückenstrauch, Garten-Hibiskus, Mönchspfeffer, Feldahorn oder Kornelkirsche kommen mit Hitzeperioden besser zurecht. „Klimafitte Pflanzen sind anpassungsfähig und benötigen später oft weniger Pflege und Wasser. In der Anwachsphase brauchen aber auch sie eine gute Wasserversorgung“, so Bettina. Robust bedeutet also nicht, dass diese Pflanzen ohne Wasser auskommen, sondern dass sie besser an Hitze, Sonne und längere Trockenphasen angepasst sind.
Über bellaflora
bellaflora ist Österreichs führendes Unternehmen für naturnahes Gärtnern und Dekorieren. Das Unternehmen wurde 1978 gegründet. In den 26 bellaflora Filialen und 2 Salon Verde sind derzeit rund 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, darunter 24 Lehrlinge. Das Unternehmen steht in österreichischem Privateigentum. Die Firmenzentrale befindet sich in Leonding bei Linz.
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